Kashgar – Osh
Das Prozedere um beim Grenzposten Uluquat auf dem Landweg aus China auszureisen ist ein weiteres anstrengendes Kapitel. Der Zöllner hat mein Handy beschlagnahmt und ich muss mich mit ihm an einen Platz setzen. Er schaut so ziemlich alle Fotos durch…ausser die von mir gelöschten, welche ich anschliessend locker wiederherstellen kann. Dann fragt er mich wo mein WhatsApp sei. Doch das hatte ich schon vor der Einreise nach China deaktiviert und so zeige ich ihm das WeChat, was er allerdings nicht beachtet. Jetzt ist mein Gepäck an der Reihe. Ich muss alles aus den Sacochen nehmen und eine Auslegeordnung erstellen. Schon eigenartig…ich reise doch raus aus China und zwar auf dem Landweg…
Ganz anders an der Grenze zu Kirgistan. Der Beamte nimmt meinen Pass in Empfang. Eine Minute später winkt er mich mit einem „willkommen in Kirgistan“ durch, gibt den Pass zurück und wünscht eine gute Fahrt! Das Gepäck interessiert ihn nicht (er verlässt sich wohl auf die strenge Kontrolle bei der China Ausreise).
Die Nacht verbringe ich im Bergdorf Nura. Die Kinder sind sehr interessiert an fremden Leuten und bemühen sich Englisch zu sprechen. Am heutigen Tag führt die Strecke über den Irkeshtam Pass auf über 3780 Meter ü. Meer. Die Fahrt zur Passhöhe rauf ist einzigartig und lässt sich kaum in Worte fassen. Ich bin überwältigt! Bergrunter geht’s durch karge Höhenlandschaften nach Sary-Tash. Autos sind rar, hie und da begegne ich einem Pferdereiter.
Auch in den nächsten Tagen sind wunderschöne Landschaften mit wenig Verkehr und Landwirtschaft zu sehen. Manchmal auch ganze Schafsherden, die für einige Minuten die Strassen blockieren und wo es kein Durchkommen gibt. Häufig sind auch interessante Begegnungen mit der Bevölkerung und immer ein herzlicher Willkommens Gruss.
Grösstenteils führt der Weg nun bergab bis in die Stadt Osh, der zweitgrössten Stadt von Kirgistan. Hier verbringe ich einen Tag als Tourist mit dem Besuch des Basars, der Lenin Statue und der Suleiman Too Moschee. Bevor die nächste Landesgrenze nach Uzbekistan überquert wird, geht’s noch in die Wechselstube um die Som (Währung in Kirgistan) in So’m (Währung in Uzbekistan) einzutauschen. Für umgerechnet 166.– Schweizer Franken, gibt es ganze 1 580 000 So’m (EINEMILLIONFÜNFHUNDERTACHTZIGTAUSEND)!
Hier wird man doch glatt über Nacht Millionär. Bei so viel Geld muss ich fortan allerdings wieder einiges mehr an Gewicht schleppen. Ja, der Besitz von Geld kann eben auch schnell zum Problem werden.