Osh – Andijon – Kokand – Tashkent
Als frischgebackener Millionär geht’s nun über die Grenze nach Usbekistan. Seit kurzem benötigt man für die Einreise als Schweizer kein Visum mehr. Das ist sehr praktisch und gut fürs Portemonnaie. In diesem Zentralasiatischen Staat, welcher seit 1991 von der Sowjetunion unabhängig ist, wird man als Tourist dennoch etwas überwacht, soll heissen man untersteht einer Registrierungspflicht innerhalb der ersten 72 Stunden seit Ankunft. Ein entsprechender Nachweis auch der jeweiligen Übernachtungsorte ist dann bei der Ausreise vorzulegen.
Entlang meiner Route durch die Ferganaprovinz nach Kokand, hat die Seidenproduktion Tradition und es gibt zahlreiche Seidenfabriken. Auch sind viele Baumwollfelder zu sehen. Je näher zu Taschkent umso verkehrsreicher wird es und je länger je mehr, schätze ich die Usbeken als unheimlich gute Autofahrer ein. So wahnsinnig nahe könnte ich jedenfalls nie an einem Velofahrer vorbeifahren, ohne diesen zu touchieren. Ich glaube es hätte kaum ein Haar Platz zwischen dem Auto und mir, doch diese Raser schaffen das in einem horrenden Tempo. Mir stockt der Atmen…
In der Hauptstadt Taschkent endet meine 2. Etappe. Jetzt habe ich noch einen Tag Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und vor allem für den Besuch des alt bekannten Chorsu Basars. Unter sieben riesigen Kuppeln befinden sich Pavillons, in denen frische, schmackhafte Produkte feilgeboten werden. Es herrscht ein wildes Treiben und Marktgeschrei. Mich interessieren vor allem die Gewürze wie Kreuzkümmel, Kümmel, Zimt, Muskatnuss, Safran, Kardamom, Nelken, Koriander, Kurkuma und getrocknete gemahlene Tomaten. Zudem gibt es köstliche Gerichte der usbekischen Küche und endlich finde ich auch zahlreiche Anbieter mit dem Nationalgericht PLOV (Reisgericht).
Seit XI’AN liegen nun bereits gute 5000 Radkilometer hinter mir. Die Faszination der Seidenstraße sehe ich in ihrer interkulturellen Bedeutung. In den Handelsstädten trafen sich Völker der verschiedensten Kulturen und Religionen und tauschten neben Waren auch Ideen, Meinungen, Philosophien und Traditionen untereinander aus. Glücklich, dass ich gesund und heil bis hier in das Herzen von Zentralasien gekommen bin, hoffe ich bereits heute, dass es im September 2020 auf der Seidenstrasse mit der Etappe 3 weitergeht.