Tianshui – Lanzhou
Fortan geht die Reise mit etwas weniger Gepäck weiter, jedoch blässt mir heute ein starker Gegenwind ins Gesicht. Das SRF Meteo App gab mir das allerdings schon gestern bekannt. In diesem App sind sogar hier in China unheimlich viele Ortschaften zu finden und die Wettervorhersagen sehr verlässlich, so auch die Windverhältnisse, welche für mich als Tourenfahrer sehr relevant sind. Ich bin froh, dass es heute nur um die 50 Kilometer sind bis Qin’an, wo ich bereits im Voraus ein Hotel buchen konnte.
Übrigens mit „booking.com“ wird man Entlang der Seidenroute ausserhalb der Millionenstädte kaum Hotels finden. Wenn überhaupt etwas im Angebot ist, dann findet es sich eher über „Trip.com“.
Ich mache oft in „unbekannten“ Ortschaften Halt und so komme ich der Bevölkerung sehr nahe. Touristen sind hier in der Stadt Qin’an mit um die 500 000 Einwohner gar keine zu entdecken. Das macht es umso interessanter. So auch heute Abend beim Nachtessen. Ich bin ins Lokal und dort haben alle dasselbe Gericht genossen und zwar
niurou lamian 牛肉拉面!
Eine Rindfleischsuppe mit handgezogenen Nudeln und diversen würzigen Zusätzen.
So richtig lecker.
Das Essen in diesem Lokal ist ein richtig tolles Erlebnis. Die Kunden schlürfen die Suppe in sich hinein und schmatzen nach Belieben. Dieses Gericht hat es wirklich in sich. Ich gehe nochmals an die Theke und bestelle mir zur Freude der Küchenmannschaft eine weitere Portion. Ich glaube, ich habe ein neues Gericht entdeckt und hoffe schon darauf, dass ich auch in den nächsten Tagen irgendwo wieder牛肉拉面 bekommen werde.
Bereits einen Tag später in Dinxi gab es wieder eine feine Nudelsuppe.
Dieses mal ohne Fleischstreifen, was mir sogar noch etwas besser schmeckt.
Ich bin jetzt so richtig angekommen hier in China und habe schon unheimlich viel dazugelernt. Zum Beispiel, dass es dank einem Übersetzungs App viel einfacher geht sich zu verständigen. Unheimlich! Ich kann Chinesisch ohne Sprachkurs!
Jeder Tag ist ein neues Abenteuer und langsam aber sicher nähere ich mich bereits der nächsten Millionenstadt. Lanzhou liegt ziemlich genau in der geografischen Mitte Chinas.
Die Lage am Gelben Fluss war früher von strategischer Bedeutung und wie ich im Reiseführer nachlesen kann, ist Lanzhou heute berühmt für seine beliebten Nudelgerichte.
Es gibt einige hervorragende Nachtmärkte, wo diese typischen Köstlichkeiten der chinesischen Seidenstrasse angeboten werden.
Ich geniesse ein paar Tage in dieser lebvollen Stadt. Dabei kann ich so einiges erledigen, wie meine Wäsche waschen, weitere kulinarische Gerichte erkunden (z.B. der Feuertopf) und die Route der nächsten Tage vorausplanen.
Interessant gestaltet sich der Abend. In den Stadtparks geht die Post ab! Es ist einiges los und die Leute tanzen, singen, spazieren oder machen Fitnessübungen. Auf den Nachtmärkten geht es laut zu und her. Zum Abschluss ging’s dann noch in die Bar auf dem gelben Fluss, wo ich mir das erste Bier seit Tourenbeginn und dann gleich noch eins gegönnt habe.