Baoji – Tianshui

Ich habe mir vorgenommen die nächsten knapp 200 KM in zwei Tagen zu absolvieren und nach Tianshui zu radeln. Es geht alles entlang der Nationalstrasse G310 und der Weg ist einfach zu finden. Irgendwo in der Mitte will ich dann mal versuchen, das Zelt aufzuschlagen. Hotels sind rar und als Tourist kommt man meistens nur in Unterkünfte, welche die Regierung entsprechend autorisiert. Wenn du einchecken willst musst du als erstes deinen Pass zeigen und dann wirst du „normalerweise“ zurückgewiesen und verabschiedet. Trotzdem habe ich gar nicht so Lust auf eine Zeltnacht…es hat nämlich zu regnen begonnen und so frage ich in der nächsten Ortschaft keine Ahnung wie die heisst ☺ bei einer Tankstelle nach einer Unterkunftsmöglichkeit.

Und siehe da…. ich soll kurz dort drüben zum Polizeicheck und wenn ich eine Übernachtungserlaubnis bekomme, sei dahinter eine Herberge. Voilà das Zimmer ist zwar recht schmutzig und überall liegen ausgedrückte Zigaretten herum, dafür darf ich mein Fahrrad reinnehmen. Dann lege ich einfach meine Isomatte und meinen Schlafsack auf die Matratze. So verbringe ich eine friedliche Nacht und am nächsten Morgen geht’s bei Regenwetter weiter. Mir gefällt die Gegend. Es geht immer wieder rauf und runter und die Strasse schlängelt sich dahin. Meine Regenausrüstung hält auch dicht und die Ortlieb Radtaschen sowieso.

Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu und die Stadt Tianshui mit über 3 Millionen Einwohnern ist in Sicht. Auch Credo ist gekennzeichnet vom Regen und einigen Schotterpisten….

Die nächsten zwei Tage geniesse ich als Tourist und mache Sightseeing.

Südöstlich von Tianshui gelegen, befinden sich die Grotten von Maiji Shan. Bei diesen 221 Grotten, welche in die Felsenwände gehauen sind, handelt es sich um einige der berühmtesten buddhistischen Steinmetzarbeiten an der Seidenstraße. Über 7800 Skulpturen sind noch erhalten, so auch das Buddha-Bildnis, welches 15,7 Meter in die Höhe ragt. Es ist sehr berührend sich hier in diesen Grotten aufzuhalten und damit Zeuge der historischen Zeit zu werden.

In der Stadt gibt es eine grosse Poststelle, so bietet sich die Gelegenheit einen Teil meiner Ausrüstung nach Hause zu spedieren. Das Paket wiegt immerhin um die 3 Kilogramm. Also tagtäglich 15% weiniger Gepäck schleppen. Denn nachdem ich das Zelt wohl kaum benützen darf, habe ich mich entschlossen mein Hilleberg, der Kocher und die „Benzinflasche“, sowie ein erstes kleines Souvenir sobald wie möglich Heim zu senden. Ein Paket mit Empfängerort in der Schweiz bei der Poststelle aufzugeben, ist administrativ ziemlich aufwendig aber es scheint zu klappen. Die Briefmarken sind am Karton angebracht und das Paket wird auf die Reise geschickt….

Nach zwei Tagen intensivem Regen, ist wieder Wetterbesserung in Sicht und ich mache mich morgen Vormittag dann langsam aber sicher auf den Weg Richtung Lanzahou…