Donaueschingen – Regensburg – Passau

Eigentlich wollte ich im Jahr 2020 weiter entlang der Seidenroute in Richtung Westen fahren und dabei in Taschkent meine Reise fortsetzen. Doch wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Corona hat eben das Reiseverhalten verändert. Die Einreise nach Usbekistan ist derzeit unmöglich und deshalb habe ich die Fahrtrichtung geändert also von Westen Richtung Osten.

Nun möchte ich mit den nächsten Etappen bis nach Istanbul pedalen. Klar es gibt viele Routen, um aus der Schweiz in die Türkei zu gelangen. Ich habe die Donauroute gewählt. Einerseits finde ich es faszinierend fast 3000 Kilometer einem Fluss folgen zu können und dazu kommt, dass die Strecke wie ja auch die Seidenstrasse eine Handelsroute ist. Seit ewigen Zeiten, diente die Donau als Transportweg für Waren und Menschen und ist auch heute noch eine der bedeutensten europäischen Handelsrouten.

Die Quelle befindet sich in Donaueschingen und gilt zugleich als Start der Donauveloroute. Das Gewässer fliesst durch 10 Länder, bis es ins schwarze Meer mündet. Beim Donaudelta in Tulcea geht es für mich dann alles südlich an der Schwarzmeerküste via Bulgarien bis nach Istanbul.

Ich starte die Etappe direkt in Donaueschingen, weil ich die Strecke von meinem Wohnort im Seeland bis zur Quelle bereits vor Jahren per Fahrrad zurückgelegt habe und auch aus zeitlichen Gründen mit der Unsicherheit, ob es wegen der Pandemie zu Grenzschliessungen kommt. Am 26.8.2021 werde ich mit Sack und Pack von meinem Sohn und seiner Partnerin bis zur Quelle chauffiert. Üblicherweise gibt es erst am Ziel ein Glas Champagner, weil es aber heute einen Geburtstag zu feiern gibt, breche ich diese Tradition und genehmige mir zusammen mit den Anwesenden ein Glas zum Anstoßen auf den Geburtstag und zum Startschuss.

Ich freue mich unheimlich auf die nächsten Wochen. Schon die letzten Tage konnte ich es kaum erwarten. Jetzt ist er da der Moment…. 3, 2, 1 und LOS geht’s. Wenn man sich dann nochmals zum Winken umdreht und dir nachgewinkt wird, ist es ein emotional schönes Gefühl, sich so auf eine abenteuerliche Reise zu begeben.  Abgesehen davon weiss man nicht wie und wann das nächste Wiedersehen sein wird. Eine alte weise Dame hat mir einmal gesagt: Man weiss immer wie man sein zu Hause verlässt, aber nie wie man zurück kommt…

Dieses Mal bin ich mit meinem leichten Rennvelo unterwegs.  Der Gewichtsunterschied zum Tourenvelo liegt bei satten 10 Kilo. Dazu kommt, dass ich mit einer „schlanken“ Ausrüstung ohne Zelt, Schlafsack etc. unterwegs bin und so weitere Kilos einspare.

Das zu Beginn kleine Bächlein wird bald grösser. Doch plötzlich gibt es ein Naturschauspiel zu bestaunen. Der Fluss versickert und zeigt sich erst nach weiteren 12 Kilometer wieder an der Oberfläche.

Die Nacht verbringe ich dann in der Jugendherberge in Sigmaringen. Die nächsten Tage beeindrucken mich. Natur pur an der Königin der Flüsse mit tollen Radwegen. Mal Stasse, mal Schotterpisten. Hier realisiere ich, dass wohl ein Gravelbike die beste Option wäre. Es lässt sich zwar auch mit dem Rennvelo fahren aber, was man auf der Strasse gutmacht, verliert man im Gelände und obwohl meine Continental Reifen einiges mitmachen, gibt es eben doch mehr Platten als einem lieb wäre.

Der Weg ist jederzeit gut markiert und ausgeschildert.

Entlang der Route kannst du dich nahezu beliebg verpflegen oder nächtigen. Eigentlich musst du gar nicht gross planen. Einfach fahren und geniessen. Einzige Sorge ist wohl, ob der potenzielle Schlafplatz schon besetzt ist.

Leider konnte ich das 6 Kilometer lange Schauspiel des Donaudurchbruchs beim Kloster Weltenburg nicht per Schiff bestaunen, da der Wasserstand zu tief war. Dafür wurde man in Regensburg wieder mit der prächtigen Barokarchitektur entschädigt.

Schon bald erreiche ich Passau und bin umgbeben von lauter Flüssen.

Weitere Erlebnisse

1

Donaueschingen – Regensburg – Passau

2

Passau – Linz – Wien (Flug nach Belgrad)

3

Belgrad – Negotin – Ruse

4

Ruse – Cernavoda (Unfall)