Varna – Kirklareli – Istanbul
Die Küstenstrasse in Bulgarien hat mir nicht speziell gefallen. Vielleicht ist es auch deshalb, weil man sich hier als Radfahrer permanent auf die Autos konzentrieren muss.
Anders in der Altstadt in Nessebar. Diese ist autofrei und darum geniesse ich den Moment doppelt. Nessebar selbst ist recht touristisch und berühmt für seinen schönen Sonnenstrand.
Der Streckenabschnitt von Burgas bis zur türkischen Grenze in Malko Tarnovo mit einer Höhendifferenz von exakt 1222 Meter muss hart erabeitet werden. Dafür herrscht ausnahmsweise wenig Verkehr. Auf dieser ruhigen Strasse sind richtig viele Velofahrer unterwegs. Es macht Spass sich für ein paar Kilometer mit „sinnesgleichen“ zu unterhalten.
Vor der Pandemie habe ich Landesgrenzen jeweils locker passiert. Jetzt ist das Prozedere etwas mühsam geworden. Schon vor der Einreise checkt man die Einreisevorschriften regelmässig. Betreffend der Türkei habe ich vor Kurzem sogar noch mit der Türkischen Botschaft in Bern telefoniert. Trotzdem weiss man nicht ob sich die Einreisebestimmungen von heute auf morgen plötzlich ändern und wieder Quarantänevorschriften gelten.
Komisch finde ich, dass jetzt 20 Kilometer vor der Grenze kaum Autos anzutreffen sind. Vielleicht hat der Grenzposten ja zu? Jedenfalls bleibt es spannend bis zur Gipfelhöhe. Je mehr ich mich nun der Grenze nähere umso angespannter werde ich. Endlich ist die Landesgrenze erreicht und es sieht lebhaft aus. Ich bin schon mal erleichtert. Jetzt einfach noch rüber kommen…
Nach ein paar Gesundheitsfragen und administrativen Aufwendungen, bekomme ich freie Fahrt. Hurra!!! Dort ist schon ein Strassenschild mit Kirklareli 40 KM (hier werde ich übernachten) und ISTANBUL 260 KM. Kurz darauf gebe ich einen Freudenschrei von mir.
Bereits vom ersten Moment an fühle ich mich puderwohl in der Türkei. Der Einstieg ist mehr als geglückt. Bei der Ankunft im Line Suite Hotel, werde ich herzlich empfangen. Der Manager erlaubt mir sans pardon das Fahrrad ins Zimmer zu nehmen.
Dann noch kurz im MIGROS einkaufen und bald darauf ist Bettruhe angesagt.
Obwohl Istanbul noch etliche Kilometer und ein paar Tage entfernt ist, mache ich mir bereits intensive Gedanken, welche Strassen idealerweise zu befahren sind, um in die Grossstadt zu gelangen. In solch eine riesen Metropole bin ich noch nie mit dem Fahrrad rein. Dementsprechend soll es möglichst einen praktischen Weg sein um heil in die Innenstadt zu gelangen. Es ist bekannt, dass auf den nach Istanbul führenden Fernstrassen mit einem enormen Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Die letzte Nacht vor Istanbul verbringe ich 50 Kilometer ausserhalb der Grossstadt im Airport Durusu Club Hotel und geniesse die herrliche Ruhe bei offenem Fenster. Nach einem ausgiebigen Frühstück ist es jetzt endlich soweit, das Verkehrsabenteuer beginnt….
In den nächsten drei Stunden verläuft die von mir gewählte Route durch die Agglomeration Entlang der D-020 via Bahcekör zum Bosporus. Von dort alles südlich dem „Ufer“ entlang ins Stadtinnere von Istanbul. Ja es ist ein ohrenbetäubender Lärm und viele LKW-Fahrer sind unterwegs.
Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Routenwahl. Reibungslos pedale ich direkt ins Zentrum. So bleibt noch der ganze Nachmittag Zeit um einige Highligths zu besichtigen.
Per Fahrrad lässt sich das Sightseeing ohnehin jeweils relativ schnell bewältigen.
Da ich bereits vor einigen Jahren als Tourist in Istanbul war, geht es morgen schon wieder raus Richtung Asien.